Stand September 2026 · Orientierung, keine Förderberatung
Zuschuss für neue Fenster 2026: was seit dem 21. Juli gilt
Für den Fenstertausch gibt es über die BEG-Einzelmaßnahmen beim BAFA 15 Prozent Zuschuss. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent greift seit dem 21. Juli 2026 erst oberhalb von 30.000 Euro förderfähiger Ausgaben — bei einem normalen Fenstertausch also gar nicht mehr.
Was sich am 21. Juli 2026 geändert hat
Die Reform der BEG-Einzelmaßnahmen hat den Basisfördersatz und die technischen Anforderungen unangetastet gelassen — geändert wurde der iSFP-Bonus. Bis zum 20. Juli 2026 hob ein individueller Sanierungsfahrplan den Satz pauschal von 15 auf 20 Prozent der gesamten Maßnahme. Seither ist der Bonus an ein Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro geknüpft und wird nur noch auf den Teil der Ausgaben gezahlt, der diese Schwelle übersteigt.
Für den Fenstertausch ist das der entscheidende Punkt: Ein Standardprojekt im Einfamilienhaus liegt fast immer deutlich unter 30.000 Euro und bekommt damit 15 Prozent statt der früheren 20 Prozent. Der Bonus lohnt sich nur noch, wenn im selben Antrag weitere Hüllmaßnahmen stecken — Dämmung, Türen, Dach — und die Summe die Schwelle reißt. Viele Ratgeberseiten nennen weiterhin pauschal 20 Prozent; wer danach kalkuliert, plant zu hoch.
Stand 18.09.2026. Quellen: BAFA — Gebäudehülle (Grundfördersatz 15 %, Sanierungsfahrplan-Bonus ab 30.000 € Mindestinvestitionsvolumen), BAFA — Fachplanung und Baubegleitung (50 %, förderfähig bis 5.000 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern), Einordnung der Reform bei Stiftung Warentest. Fördersätze und Budgets können sich ändern — vor Antragstellung immer die aktuelle BAFA-Richtlinie prüfen.
Beispielrechnung: was der Zuschuss konkret bringt
Acht Kunststofffenster mit Dreifachverglasung, Standardaustausch: Kostenkorridor rund 5.040 bis 10.480 Euro (Details auf Fenster austauschen: Kosten, zur Verglasung siehe Dreifachverglasung: Kosten). Die Tabelle zeigt drei Projektgrößen und was der iSFP-Bonus nach neuem Recht noch beiträgt.
Die dritte Zeile zeigt die Rechenlogik: 15 Prozent auf die vollen 42.500 Euro ergeben 6.375 Euro, dazu 5 Prozent auf die 12.500 Euro oberhalb der Schwelle, also 625 Euro — zusammen 7.000 Euro. Ohne iSFP bleibt die Deckelung bei 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben stehen, deshalb nur 4.500 Euro. Der Sanierungsfahrplan hebt die Obergrenze also weiterhin auf 60.000 Euro an und trägt zusätzlich den Bonus bei; bei reinen Fensterprojekten unter 30.000 Euro bringt er für die Förderhöhe nichts.
Gegenzurechnen ist der Aufwand: Der Energieeffizienz-Experte ist Pflicht, seine Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 Prozent bezuschusst, förderfähig bis 5.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei 8.000 Euro Maßnahmenkosten steht dem Zuschuss von 1.200 Euro damit ein Eigenanteil für den Experten gegenüber, der einen spürbaren Teil davon aufzehrt. Wichtig für den Angebotsvergleich: Der Zuschuss bezieht sich auf die förderfähigen Gesamtausgaben inklusive Montage und Nebenarbeiten, nicht nur auf die Fensterelemente. Der Angebotscheck prüft, ob alle Positionen einzeln ausgewiesen sind — genau so will es auch der Förderantrag.
Der gleiche Grundsatz gilt auch fürs Dach: Dachflächenfenster laufen förderrechtlich unter derselben Einzelmaßnahme, nur mit einem eigenen, leicht höheren Uw-Grenzwert — Kosten, Herstellerpreise und die genaue Förderrechnung dafür stehen unter Dachfenster: Kosten.
Der zweite Weg: 20 Prozent über die Steuer (§ 35c EStG)
Seit der Reform ist der Steuerbonus für viele Fensterprojekte die rechnerisch bessere Option — er wurde nicht angetastet. Nach § 35c EStG ermäßigt sich die Einkommensteuer um insgesamt 20 Prozent der Aufwendungen, verteilt auf drei Jahre: im Jahr der Maßnahme und im Folgejahr je 7 Prozent (höchstens je 14.000 Euro), im übernächsten Jahr 6 Prozent (höchstens 12.000 Euro), insgesamt höchstens 40.000 Euro je Objekt.
Quelle: § 35c EStG, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.09.2026.
Beide Wege für dieselbe Maßnahme zu nutzen, ist ausgeschlossen: Wer einen öffentlichen Zuschuss in Anspruch nimmt, bekommt dafür keine Steuerermäßigung nach § 35c. Die Entscheidung ist deshalb vor dem Antrag zu treffen. Grobe Faustregel für selbst bewohnte Häuser über zehn Jahre: Unter 30.000 Euro Projektvolumen spricht viel für den Steuerweg — 20 statt 15 Prozent, kein Experte, kein Fristendruck. Darüber, und erst recht bei Vermietung oder wenn ohnehin ein iSFP vorliegt und mehrere Gewerke anstehen, ist der BAFA-Zuschuss im Vorteil. Der Steuerbonus wirkt allerdings nur, wenn auch genügend Einkommensteuer anfällt — bei kleiner Steuerlast verpufft ein Teil der 20 Prozent.
Ablauf beim BAFA in fünf Schritten
- 1. Angebot einholen: mit ausgewiesenem Uw-Wert (≤ 0,95), getrennten Positionen für Element, Montage und Nebenarbeiten. Was der Uw-Wert bedeutet, steht auf U-Wert bei Fenstern.
- 2. Energieeffizienz-Experte einbinden: Pflicht für den Antrag; erstellt die technische Projektbeschreibung. Seine Leistung wird mit 50 Prozent bezuschusst.
- 3. Vertrag und Antrag vorbereiten: Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage und voraussichtlichem Umsetzungsdatum abschließen. Dann den Antrag beim BAFA stellen.
- 4. Umsetzung beginnen: nicht vor Antragstellung. Wer vor dem Zuwendungsbescheid beginnt, trägt das Förderrisiko selbst; die konkreten Vertragsbedingungen beachten.
- 5. Nachweise einreichen: Rechnung mit Uw-Nachweis, Fachunternehmererklärung, Auszahlung abwarten.
Ablauf geprüft am 18.09.2026: BMWE: Anforderungen an den Vertrag vor Antragstellung und BMWE: Vertrag als Antragsvoraussetzung.
Ob sich der Aufwand lohnt, hängt an der Projektgröße: Bei zwei Fenstern frisst der Experten- und Antragsaufwand den Zuschuss schnell auf, und seit dem Wegfall des pauschalen iSFP-Bonus verschiebt sich diese Schwelle weiter nach oben. Ob überhaupt getauscht werden sollte, klärt die Seite Alte Fenster austauschen: wann es sich lohnt. Wer die Fenster selbst bestellt, muss den Einbaubetrieb vorab auf die nötigen Nachweise festlegen — Hinweise dazu unter Fenster einbauen lassen: Montage bei Fremdlieferung; wie du die Lieferung vorher prüfst, steht unter Fensterlieferung prüfen: Wareneingang und Transportschaden. Für außenliegenden Sonnenschutz gilt ein eigener Fördertatbestand mit eigener Bedingung — nachzulesen unter Rollladen nachrüsten: Kosten.
Schritt 1 verlangt ein Angebot mit dokumentiertem Uw-Wert — dafür lohnt sich ein Blick zum Fachhändler statt nur zum Einbaubetrieb. Partner-Tipp: Deutscher Fenstershop fertigt Kunststoff-, Aluminium- und Holzfenster mit Datenblatt nach Maß; die Fördervoraussetzungen und den Energieeffizienz-Experten prüft trotzdem die eigene Antragstellung, keine Vorabzusage über diese Seite.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Zuschuss für neue Fenster 2026?
Über die BEG-Einzelmaßnahmen beim BAFA gibt es 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Ausgaben. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent wird seit dem 21. Juli 2026 nur noch auf den Teil der Ausgaben gewährt, der 30.000 Euro übersteigt. Ein normaler Fenstertausch im Einfamilienhaus bleibt darunter und bekommt damit 15 Prozent, nicht 20 Prozent. Stand September 2026, maßgeblich ist die aktuelle BAFA-Förderrichtlinie.
Was hat sich am 21. Juli 2026 geändert?
Der Basisfördersatz von 15 Prozent und die technischen Anforderungen sind gleich geblieben. Geändert hat sich der iSFP-Bonus: Er gilt nicht mehr pauschal auf die gesamte Maßnahme, sondern erst ab einem Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro und nur auf den übersteigenden Betrag. Für einen Fenstertausch um 15.000 Euro bedeutet das rund 750 Euro weniger Zuschuss als nach altem Recht.
Welche Fenster sind förderfähig?
Neue Fenster mit einem Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) — in der Praxis also Dreifachverglasung. Die technischen Mindestanforderungen wurden bei der Reform nicht verändert. Zusätzlich muss ein Energieeffizienz-Experte eingebunden sein und vor der Antragstellung ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage vorliegen. Der Antrag muss vor Beginn der Umsetzung gestellt werden.
Lohnt sich der Steuerbonus nach Paragraf 35c EStG mehr als der BAFA-Zuschuss?
Bei kleineren Fensterprojekten im selbst bewohnten Haus oft ja. Paragraf 35c EStG bringt 20 Prozent der Aufwendungen, verteilt auf drei Jahre mit 7, 7 und 6 Prozent, maximal 40.000 Euro je Objekt. Es braucht keinen Antrag vorab und keinen Energieeffizienz-Experten, nur eine Fachunternehmerbescheinigung. Voraussetzung ist ein Gebäude, das älter als zehn Jahre ist und ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht.
Was ist der häufigste Förder-Fehler?
Problematisch ist ein Vertrag ohne die erforderliche Förderbedingung oder der Beginn der Umsetzung vor dem Antrag. Für BEG-Einzelmaßnahmen muss vor dem Antrag ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage vorliegen. Energieeffizienz-Experte einbinden, bedingten Vertrag schließen und den Antrag vor Beginn der Umsetzung stellen. Ein Beginn nach Antrag, aber vor Bescheid erfolgt auf eigenes Risiko und ohne Förderzusage. Beim Steuerbonus nach Paragraf 35c EStG gelten eigene Voraussetzungen, insbesondere Fachunternehmerbescheinigung, Rechnung und unbare Zahlung.
Nächster Schritt
Berechne zuerst deinen Kostenkorridor — mit dem Ergebnis und dem kopierbaren Anfragebriefing kannst du gezielt förderfähige Angebote mit Uw-Nachweis anfragen.